FAUSTLOS - Ein Konzept zur Prävention von Gewalt
und zur Förderung emotionaler und sozialer Kompetenzen
Unsere Schule machte sich vor einigen Jahren auf den Weg, Möglichkeiten zur Prävention von Gewalt zu finden. Nachdem einige Lehrerinnen an einer FAUSTLOS - Fortbildung teilgenommen hatten, wurde beschlossen, das Curriculum zu kaufen und als einen weiteren Mosaikstein der Gewaltprävention an der Schule Oberwiese einzusetzen.
Bei FAUSTLOS handelt es sich um ein spiralförmig angelegtes Curriculum des Heidelberger Präventionszentrums, welches sowohl für den Kindergarten als auch für die Grundschule vorliegt. Auch für unsere Schule wurden beide Materialkoffer angeschafft.
Ziel von FAUSTLOS ist es, das impulsive und aggressive Verhalten von Kindern zu vermindern, aber auch ihre soziale und emotionale Kompetenz zu fördern.
Konzepte, welche entwicklungspsychologische Theorien und verhaltenstherapeutische Ansätze (Aufbau von prosozialem Verhalten) zugrunde legen, haben eine hohe Wirksamkeit, die in Studien belegt werden konnte. Die Schule als Ort, der über einen langen Zeitraum die Entwicklung der Kinder beeinflusst, eignet sich als zentrale Instanz für die Umsetzung von gewaltpräventiven Maßnahmen.
Das Curriculum FAUSTLOS für den Kindergarten besteht aus drei Einheiten, welche wiederum einzelne Lektionen beinhalten, die curricular aufeinander aufbauen.
Curriculum zur Gewaltprävention
durch die Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen im Kindergarten
1. Empathieförderung
Kinder sollen in ihren Fähigkeiten, Gefühle anderer zu erkennen, sich in andere hineinzuversetzen und empathisch zu reagieren, gefördert werden.
2. Impulskontrolle
Das impulsive und aggressive Verhalten soll verringert werden, indem die Kinder Problemlöseverfahren kennen und einüben lernen. Die Vermittlung sozial kompetenter Verhaltensweisen steht im Vordergrund.
3. Umgang mit Wut und Ärger
Die Kinder sollen lernen, ihre eigene Wut und ihren Ärger zu erkennen und mit diesen Gefühlen konstruktiv umzugehen. Sie lernen in diesem Zusammenhang Beruhigungstechniken kennen.
Eine genauere Darstellung der Ziele finden sie hier.
Die Förderung der Empathiefähigkeit wird als Grundeinheit verstanden, deren Ziele bedeutsam sind für das weitere Vorgehen. Ohne empathische Fähigkeiten ist es schwierig, die eigenen Impulse zu kontrollieren und Probleme in Hinblick auf die Gefühle des Gegenübers effektiv zu lösen. Für den Umgang mit Wut und Ärger ist es wichtig, eigene Gefühle und die Gefühle der Mitmenschen wahrzunehmen.
Das Konzept FAUSTLOS (Kindergarten-Version) wurde zunächst von mehreren Vor- und Unterstufen probeweise im Unterricht durchgeführt. Ein Praxisbeispiel finden sie hier.
Den Auswertungen dieser Unterrichtsarbeit folgend, wird das Konzept vom Schuljahr 2011/2012 an verbindlich in den Vorstufen eingesetzt. Hierzu liegt eine auf die Förderschule geistige Entwicklung modifizierte Fassung vor, die sich sowohl inhaltlich als auch Materialbezogen an den Unterrichtsprinzipien dieser Schulform orientiert.
Mit diesen Materialien wird auch im Trainingsraum gearbeitet. Sie dienen dort sowohl der Aufarbeitung von schwierigem Verhalten als auch der Prävention von Gewalt.




