Hier folgt das Interview in Verbindung mit einigen Bildern von diesem Tag:
Wie lautet Ihr Name? Ich heiße Stefan Witte.
Pascal: Wie alt sind Sie?
Ich bin 44 Jahre alt.
Sven: Wo wohnen Sie?
Ich wohne nördlich von Osnabrück. Das sind ca. 110 km von hier. Diese Strecke fahren meine Arbeitskollegen und ich jeden morgen hin und abends wieder nach Hause.
Pascal: Das muss ja Sprit kosten!
Das kostet auch viel Sprit und viel Zeit: Wir starten morgens um halb 6, dann treffen wir uns auf dem Bauhof und schaffen es dann so gerade, bis 7 auf der Baustelle zu sein. Und dann beginnt direkt unsere Arbeitszeit.
Sarah: Wie lange sind Sie schon Bauarbeiter?
Seit 14 Jahren.
Mark: Wie viel verdienen Sie?
Ich werde bezahlt nach dem Tarifvertrag fürs Baugewerbe, das sind 14,85 € die Stunde - und als stellvertretender Polier bekommt man ein bisschen mehr.
Raphael: Sind Sie der Chef auf dieser Baustelle?
Ja, im Moment schon. Wenn der Polier nicht da ist, bin ich als Stellvertreter der Chef.
Christina: Haben Sie noch andere Baustellen?
Wir haben noch mehrere Baustellen: Wir bauen eine Schule in Minden, wir fangen jetzt mit einer Turnhalle in Hagen an, und dann haben wir die Sporthalle in Dortmund-Mengede gebaut - die ist fast fertig.
Mark: Wie lange arbeiten Sie, wann fangen Sie morgens an, wann hören Sie abends auf?
Wir fangen morgens um 7 Uhr an zu arbeiten und haben um halb 5 Feierabend.
Sarah: Machen Sie auch Nachtschichten?
Nein.
Raphael: Wann ist der Rohbau fertig?
Das ist eine gute Frage, die ich aber nicht beantworten kann. Es gibt einen Bauzeitenplan, den ich jetzt nicht im Kopf habe. Da schlägt die Architektin vor, wann die Bauabschnitte fertig gestellt sein sollen.
Christina: Warum haben Sie 2 Kräne aufgestellt?
Einer wäre zu klein, weil die Baustelle zu lang ist. Der größere Kran hat einen Ausleger von 36 Metern und der andere hat einen Ausleger von 30 Metern. Es gibt aber auch wesentlich größere Krane, in Minden haben wir einen stehen, der hat 45 Meter.
Sarah: Wozu brauchen Sie den 3. Kran?
Der ist nur zwischengelagert und wird demnächst in Hagen aufgebaut.
Robert: Was machen Sie bei schlechtem Wetter, z. B. bei Regen oder im Winter bei klirrender Kälte?
Wir müssen eigentlich immer weiter arbeiten. Wenn wir nicht arbeiten können, dann sind das Fehlstunden. Wir werden nach Stunden bezahlt, wir bekommen kein festes Gehalt monatlich. Wenn das Wetter zu schlecht wird, und wir können das schon vormittags sehen, können wir auch nach Hause fahren, bekommen dann aber nur 3 Stunden bezahlt. Wir versuchen deshalb, weiter zu arbeiten und ziehen z. B. Regenzeug an und Stiefel.
Wenn es zu kalt wird, kann man nicht weiterarbeiten, weil es dann für die Baustoffe nicht gut ist: Mauern kann man bei starkem Frost nicht und auch nicht mehr betonieren, aber noch geht alles, zurzeit ist für uns ein Superwetter.
Christina: Welche Maschinen benutzen Sie?
Da sind zuerst unsere beiden Krane. Die Maurer haben noch einen Minikran, und der Kleber (zum Mauern) wird angerührt mit einem Quirl - ungefähr so, wie man Sahne schlägt, nur ein bisschen größer. Die Einschaler brauchen eine große Kreissäge, eine Handkreissäge und eine Stichsäge. Eine Bohrmaschine braucht man natürlich immer. Und die Bagger für die Erdarbeiten.
Sarah: Wie viele Bauarbeiter haben Sie hier?
Im Augenblick sind 4 Einschaler (mit Eisenflechtern) auf der Baustelle, 4 Maurer und der stellvertretende Polier.
Mark: Kommen Ihre Bauarbeiter aus anderen Ländern?
Die Einschaler kommen alle aus Jugoslawien, leben aber alle schon seit wenigstens 15 Jahren in Deutschland. Sie können fließend deutsch sprechen - wenn sie wollen. Wenn sie sich untereinander unterhalten, dann nur in ihrer Muttersprache. Die Maurer kommen zum Teil aus Deutschland, zum Teil aus anderen osteuropäischen Ländern.
Andre: Wo bekommen Sie das Essen und Trinken tagsüber her?
Das bringen wir uns mit, wir müssen uns für den ganzen Tag selber versorgen. Man kann natürlich vor der Frühstückspause mal eben losfahren, ein paar Brötchen holen.
Christopher: ...oder zur Pommesbude.
Na gut, da muss ich ja gestehen, dass ich gerne mal zur Pommesbude fahre.
| Sarah: Danke schön für das Interview. |
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