Snoezelen (sprich: snuselen) hat seinen Ursprung vor ca. vierzig Jahren in Holland genommen. Es entwickelte sich in der praktischen Arbeit mit schwer geistigbehinderten Menschen. Das Wort ist eine Kombination aus "doezelen" (Dösen) und "snuffelen" (Schnuppern), wobei das Schnuppern für alle Wahrnehmungsbereiche steht.
Bei dem so genannten "Snoezelenraum" handelt es sich um einen verdunkelten, mit weißen Wänden und Polstern ausgestatteten Raum. Verschiedene Lichtobjekte, Aromaverbreiter, Wassersäulen, Faser-und Tastobjekte, Musik, verschiedene Sitz-, Liege- und Lagerungsobjekte etc. kommen zum Einsatz. So sollen die unterschiedlichen Sinne gezielt angesprochen werden.
An unserer Schule praktizieren wir seit vielen Jahren diese Arbeit mit Schwerstbehinderten. Für sie haben wir in unserem Neubau einen Raum eingerichtet, der uns die Möglichkeit bietet, ein ihnen angemessenes Unterrichtsangebot zu machen, nämlich die basale (=> grundlegende) Schulung aller Sinne. Durch die Gestaltung des Raumes werden ablenkende Einflüsse auf ein Minimum reduziert und ermöglichen die Konzentration auf das Wesentliche.
Aber nicht nur für schwerstbehinderte Schüler ist der Raum unverzichtbar. Immer mehr Kinder leiden unter starken Konzentrationsschwächen, wodurch ihnen das Lernen sehr erschwert wird. Unsere Erfahrungen zeigen, dass es eine erhebliche Erleichterung ist, verschiedene unterrichtliche Themen, entsprechend aufbereitet, in diesem Raum zu bearbeiten. Durch das Ausschalten anderer Reize, durch die sich Kinder gerne ablenken lassen, ist es möglich, den Fokus auf die entsprechenden Unterrichtsinhalte zu lenken.
Außerdem ist es für die Schüler hoch interessant, mit neuen Medien, wie Projektoren, Licht- oder Klangobjekten, zu arbeiten und zu lernen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt für diesen Raum ist die sehr angenehme Atmosphäre, die es ermöglicht, sich total zu entspannen und "zu sich zu finden". Immer wieder erleben wir, dass Schüler Schwierigkeiten haben, einfach mal "die Seele baumeln" zu lassen. Gerade ihnen wollen wir diese Erfahrungen ermöglichen, weil wir davon überzeugt sind, dass Entspannung - neben Bewegung - wichtig ist, um gut lernen und gut leben zu können.
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